Bergrestaurant Sennhütte-Strahlegg


Direkt zum Seiteninhalt

Goldloch

Ausschnitt aus dem Buch „Menschen am Schnebelhorn“ von Otto Schaufelberger, Schulmeister von Strahlegg)
Ein Venediger, ein bildschöner Bursch mit dunklen Augen sei ins Land gekommen. Der habe sich den Köhlern in den Tössbergen angeschlossen. Er ist aber ein Zauberer gewesen, hat dann einem Mädchen im Oberholz den Kopf verdreht. Die Burschen haben ihn deshalb austreiben wollen. Geld musste er auf den Tisch legen für die Ledigen und Speck, Brot, Wein und Schnaps. Erst dann durfte er anerkannter Bräuterich oder Ehemann werden, den man in Ruhe zu lassen hatte. Der Hexer habe den Köhlern versprochen, Gold zu liefern, wenn man ihn mit seiner Maid in Ruhe lasse. Soviel Gold wollte er herbeischaffen, dass man daraus eine Kette schmieden könnte, die um die Mauern der Stadt Zürich herum reiche. Und er hat ihnen wirklich Gold unter die Nase gezaubert, hat es, mir nix dir nix, aus dem Hosensack geholt, dass die Köhler vor Staunen und Luegen fast gar hintersinnig geworden sind. Haben sie dann aber zugreiffen wollen, so ist’s wieder kein Gold gewesen, wohl aber langten sie in Frösche, Schlangen, Kröten und Echsen hinein. Aber im Handumdrehen war es wieder Gold. Und die Köhlersleut haben ihm alles geglaubt. Item, der Venediger hat sie überredet, unter seinen Anweisungen am Dägelsberg drüben ein Loch zu graben. Er hat immer behauptet da drin sei massenhaft Gold. Und so haben sie halt gelocht, gesprengt, geschaufelt, Dreck geführt .... mit blindem Eifer. Ja und dann ist’s halt eines Tages aus und amen gewesen. Der Venediger samt seiner Mätz ist ab und davon bei Nacht und Nebel. Da ist’s Schluss gewesen mit der Goldlocherei. Schluss mit dem ganzen Zauber.


Das Goldloch kann heute noch auf eigenes Risiko besichtigt werden.
Der Schlüssel für das Einganstor ist bei uns in der Sennhütte hinterlegt.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü